Brandheiße Feuerwehrausbildung im Odenwaldkreis
Eine mobile Anlage ermöglicht wirklichkeitsnahe Übung
Erbach. Eine brandheiße Woche haben die Freiwilligen Feuerwehren im Odenwald hinter sich. Von Montag bis Samstag stand den Atemschutzgeräteträgern eine mobile Brandsimulationsanlage zur Verfügung. Das von außen eher unspektakulär wirkende Gerät in Form eines Containers, das im Hof der Erbacher Feuerwehr aufgestellt war, hatte es aber in sich.
Hitze bis 600 Grad Celsius
Im gasbetriebenen Übungscontainer wird nämlich die richtige Vorgehensweise von Atemschutztrupps in brennenden Gebäuden geübt und das sehr wirklichkeitsnah. Die Brandschützer müssen verschiedene echte Brandherde bekämpfen, unter extremer Belastung und bei Hitze bis zu 600 Grad Celsius. Dazu kam die gefährliche Flash-Over-Durchzündung unter der Decke. Der Flash-Over ist der plötzliche Übergang eines Feuers aus seiner Entstehungsphase hin zum Vollbrand und verlangt den Brandschützern einiges ab.
Neben der richtigen Taktik war auch die korrekte Wasserabgabe, Selbstschutz und die richtige Kommunikation zwischen den Trupps wichtig.
400 Feuerwehrleute nutzen die Gelegenheit
„Eine derart realistische Übung, bei der die Einsatzkräfte aber nicht wirklich in Gefahr sind, ist ohne eine solche Anlage kaum zu erreichen“, wussten Kreisbrandinspektor Horst Friedrich und Kreisausbilder Tobias Gücklhorn. „Junge Atemschutzgeräteträger werden in diesem Container häufig zum ersten Mal mit richtigem Feuer konfrontiert.“ 400 Odenwälder Feuerwehrleute nutzten die Gelegenheit zu der realitätsnahen Übung.
Nachbesprechungen mit Kreisausbildern
Der mobile Container wird von der Spezialfirma Fire House betrieben und ist in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz im Einsatz. In diesem Jahr stand sie aber vor allen den hessischen Landkreisen zur Verfügung, die Kosten dafür übernahm das Land Hessen. Die Kreisausbilder, die gemeinsam mit einem Experten von Fire House die Anlage und die Feuerwehrleute betreuten, leisteten für diese Aktion über 300 Stunden ehrenamtlichen Dienst. Denn vor allem die Nachbesprechungen stellen einen unerlässlichen Teil solcher Übungen dar. Nur so können mögliche Fehler erkannt und bei einem echten Einsatz vermieden werden.
Landrat begeistert von Höchstleistungen
Landrat Dietrich Kübler ließ es sich nicht nehmen den Einsatz der Feuerwehrkräfte vom Überwachungsraum aus zu beobachten. Der Landrat war schwer beeindruckt vom Kampf der Brandschützer gegen die gefährlich anmutenden Flammenwände. „Diese Höchstleistungen bringen die Ehrenamtlichen einzig für die Verbesserung der Sicherheit der Odenwälder Bürger, die im Notfall auf hochmotivierte und gut ausgebildete Profis zählen können.“

