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SANDBACH. Mit der
Sternfahrt von 140 Fahrzeugen zur örtlichen Heinrich-Böhm-Halle
markierten die Odenwälder Feuerwehren am Freitag den Auftakt zum
Kreisfeuerwehrtag, der vor dem Hintergrund der Jubiläen der Sandbacher
Feuerwehr und ihres Spielleute-Orchesters veranstaltet worden war. Zudem
bot diese Aktion ideale Voraussetzungen für einen
Mega-Kameradschaftsabend, bei dem sich, so der Sandbacher Feuerwehr-Chef
Heiko Keller, die Aktiven unter einander austauschen, neue Kontakte
knüpfen und vielleicht auch alte wieder auffrischen konnten.
In diesen Tenor
stimmte auch der Breuberger Bürgermeister Günter Verst ein, der nach
eigenem Bekunden „in dieser Halle noch nie so viele Menschen gesehen
hat, die sich ehrenamtlich für ihre Mitmenschen engagieren“. Daher
sollte die Kameradschaftspflege auch im Mittelpunkt dieser Veranstaltung
stehen. Den Startschuss dazu gab die Breuberger
Stadtverordnetenvorsteherin Cornelia Fürpahs-Zipp, die mit drei gut
platzierten Hammerschlägen das Festbier zum Fließen brachte.
Im Mittelpunkt
des folgenden Tages stand die Festdelegiertenversammlung, die von
hochkarätigen Ehrungen geprägt war. Dabei überraschte
Kreisbrandinspektor Horst Friedrich Landrat Horst Schnur mit der
Deutschen Feuerwehr-Ehrenmedaille für dessen herausragendes Engagement
für das Feuerwehrwesen im Kreis. Lob, das der Landrat an seine ebenfalls
für diesen Bereich aktiven Mitarbeiter weiter gab. Zudem wurden
Kreisjugendfeuerwehrwart Norbert Heinkel sowie Volker Röske (Wehrführer
Langenbrombach) und Rüdiger Seip (Finkenbach) mit dem Deutschen
Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber dekoriert. Weiterhin wurden Karl-August
Kuhn (Sandbach) für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst mit dem Goldenen
Brandschutzehrenzeichen sowie Kurt Kaffenberger (Langenbrombach) und
Thomas Schnell (Seckmauern) für 25 aktive Jahre mit dem Silbernen
Brandschutzehrenzeichen bedacht.
Wie der
Kreisbrandinspektor darlegte, sind im Feuerwehrverband des
Odenwaldkreises 81 Freiwillige Feuerwehren sowie vier Werks- und
Betriebsfeuerwehren mit 2075 aktiven Feuerwehrmännern und 161
Feuerwehrfrauen organisiert. Schon allein dies mache die Bedeutung des
Kreisfeuerwehrtages aus. Dabei stelle das Einsatzspektrum der
Feuerwehren nicht nur an die Aktiven immer neue und größere
Anforderungen, sondern verlange auch von den Führungskräften ein
besonders Maß an Engagement. Eine fundierte fachspezifische Ausbildung,
Einsatzmanagement und besonderes Fingerspitzengefühl beim Umgang mit der
immer knapper werdenden Ressource Personal stellten für diese eine große
Herausforderung dar, die zudem einen erheblichen zusätzlichen
ehrenamtlichen Zeitaufwand in der Freizeit erfordere.
Laut Friedrich
ist besonders die Arbeit der Jugendfeuerwehren und
Feuerwehr-Musikgruppen hervorzuheben. Derzeit bestehen im Odenwaldkreis
61 Jugendfeuerwehren, denen 902 junge Leute angehören. Damit gestalte
sich die Nachwuchssituation entgegen dem Bundestrend in der hiesigen
Region derzeit noch positiv. Daneben unterhalten die Musikabteilungen
mit insgesamt 436 aktiven Spielleuten eigene Jugendgruppen. Nach Angaben
des Kreisbrandinspektors hat der Odenwaldkreis im vergangenen Jahr rund
59 000 Euro für den Brandschutz zur Verfügung gestellt. Davon haben die
Kommunen 22 200 Euro erhalten, auf den überörtlichen Brandschutz
entfielen 36 800 Euro.
Landrat Schnur
dankte den Odenwälder Feuerwehren für die geleistete Arbeit. Diese
könnten auf ihr ehrenamtliches Wirken stolz sein. Die Feuerwehren seien
in ihren Kommunen wichtige Sozialorganisationen, die eine hervorragende
Jugendarbeit betrieben und zusammen mit den Musikzügen unverzichtbare
Kulturträger seien.
Während sich
der Delegiertenversammlung ein Veteranentreffen mit 546 ehemals aktiven
Feuerwehrleuten anschloss und der Abend einem bunten Programm unter
Mitwirkung der Feuerwehr-Musikformationen vorbehalten war, stand der
Sonntag nach einem Festgottesdienst im Zeichen einer abschließenden
Parade der Odenwälder Feuerwehren durch die Straßen von Sandbach, an der
sich rund 850 Feuerwehrleute beteiligten. |