Kreisfeuerwehrtag 2007

 

 

Ehrenmedaille für Landrat Schnur
Brandschutzwesen: Die Freiwillige Feuerwehr Sandbach richtet im Jubiläumsjahr den Kreisfeuerwehrtag aus

 

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SANDBACH. Mit der Sternfahrt von 140 Fahrzeugen zur örtlichen Heinrich-Böhm-Halle markierten die Odenwälder Feuerwehren am Freitag den Auftakt zum Kreisfeuerwehrtag, der vor dem Hintergrund der Jubiläen der Sandbacher Feuerwehr und ihres Spielleute-Orchesters veranstaltet worden war. Zudem bot diese Aktion ideale Voraussetzungen für einen Mega-Kameradschaftsabend, bei dem sich, so der Sandbacher Feuerwehr-Chef Heiko Keller, die Aktiven unter einander austauschen, neue Kontakte knüpfen und vielleicht auch alte wieder auffrischen konnten.

In diesen Tenor stimmte auch der Breuberger Bürgermeister Günter Verst ein, der nach eigenem Bekunden „in dieser Halle noch nie so viele Menschen gesehen hat, die sich ehrenamtlich für ihre Mitmenschen engagieren“. Daher sollte die Kameradschaftspflege auch im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stehen. Den Startschuss dazu gab die Breuberger Stadtverordnetenvorsteherin Cornelia Fürpahs-Zipp, die mit drei gut platzierten Hammerschlägen das Festbier zum Fließen brachte.

Im Mittelpunkt des folgenden Tages stand die Festdelegiertenversammlung, die von hochkarätigen Ehrungen geprägt war. Dabei überraschte Kreisbrandinspektor Horst Friedrich Landrat Horst Schnur mit der Deutschen Feuerwehr-Ehrenmedaille für dessen herausragendes Engagement für das Feuerwehrwesen im Kreis. Lob, das der Landrat an seine ebenfalls für diesen Bereich aktiven Mitarbeiter weiter gab. Zudem wurden Kreisjugendfeuerwehrwart Norbert Heinkel sowie Volker Röske (Wehrführer Langenbrombach) und Rüdiger Seip (Finkenbach) mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber dekoriert. Weiterhin wurden Karl-August Kuhn (Sandbach) für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst mit dem Goldenen Brandschutzehrenzeichen sowie Kurt Kaffenberger (Langenbrombach) und Thomas Schnell (Seckmauern) für 25 aktive Jahre mit dem Silbernen Brandschutzehrenzeichen bedacht.

Wie der Kreisbrandinspektor darlegte, sind im Feuerwehrverband des Odenwaldkreises 81 Freiwillige Feuerwehren sowie vier Werks- und Betriebsfeuerwehren mit 2075 aktiven Feuerwehrmännern und 161 Feuerwehrfrauen organisiert. Schon allein dies mache die Bedeutung des Kreisfeuerwehrtages aus. Dabei stelle das Einsatzspektrum der Feuerwehren nicht nur an die Aktiven immer neue und größere Anforderungen, sondern verlange auch von den Führungskräften ein besonders Maß an Engagement. Eine fundierte fachspezifische Ausbildung, Einsatzmanagement und besonderes Fingerspitzengefühl beim Umgang mit der immer knapper werdenden Ressource Personal stellten für diese eine große Herausforderung dar, die zudem einen erheblichen zusätzlichen ehrenamtlichen Zeitaufwand in der Freizeit erfordere.

Laut Friedrich ist besonders die Arbeit der Jugendfeuerwehren und Feuerwehr-Musikgruppen hervorzuheben. Derzeit bestehen im Odenwaldkreis 61 Jugendfeuerwehren, denen 902 junge Leute angehören. Damit gestalte sich die Nachwuchssituation entgegen dem Bundestrend in der hiesigen Region derzeit noch positiv. Daneben unterhalten die Musikabteilungen mit insgesamt 436 aktiven Spielleuten eigene Jugendgruppen. Nach Angaben des Kreisbrandinspektors hat der Odenwaldkreis im vergangenen Jahr rund 59 000 Euro für den Brandschutz zur Verfügung gestellt. Davon haben die Kommunen 22 200 Euro erhalten, auf den überörtlichen Brandschutz entfielen 36 800 Euro.

Landrat Schnur dankte den Odenwälder Feuerwehren für die geleistete Arbeit. Diese könnten auf ihr ehrenamtliches Wirken stolz sein. Die Feuerwehren seien in ihren Kommunen wichtige Sozialorganisationen, die eine hervorragende Jugendarbeit betrieben und zusammen mit den Musikzügen unverzichtbare Kulturträger seien.

Während sich der Delegiertenversammlung ein Veteranentreffen mit 546 ehemals aktiven Feuerwehrleuten anschloss und der Abend einem bunten Programm unter Mitwirkung der Feuerwehr-Musikformationen vorbehalten war, stand der Sonntag nach einem Festgottesdienst im Zeichen einer abschließenden Parade der Odenwälder Feuerwehren durch die Straßen von Sandbach, an der sich rund 850 Feuerwehrleute beteiligten.

 

kp
20.6.2007